Mär 31, 2019

Backprojekt 118 Cupcakes: Die Einführung mit Wasserstoff

Ich gebe zu, der Titel dieses Beitrags wirkt schon etwas merkwürdig. Die Mischung aus Cupcakes und Wasserstoff ist nicht unbedingt intuitiv. Allerdings steht dahinter ein größeres Backprojekt, was ich von jetzt an in Zukunft immer mal wieder in Angriff nehmen möchte. Ich möchte zu jedem Element des Periodensystems einen Cupcake backen.
Die Idee ist mir dadurch gekommen, dass ich auf Twitter ein Bild gesehen habe, auf dem ein Periodensystem mit Cupcakes zu sehen war. Mein erster Gedanke war "Das möchte ich auch!" Jedoch ist mir dann aufgefallen, dass 118 Cupcakes auf einmal eine ziemlich große Menge sind, für die ich dann auch Menschen bräuchte, die das alles essen. Meine nächste Überlegung war, das eventuell aufzuteilen. Vielleicht hier mal eine Hauptgruppe backen, da mal die Lanthanoide, danach mal eine Periode nur mit Nebengruppenelementen... Aber mir ist aufgefallen, dass das unterschiedliche Ausbeuten ergäbe. Manche Cupcake-Ladungen wären größere als andere und ich tue mich schwer damit, exakt auf den Cupcake genau zu skalieren. Also dachte ich mir, ich möchte das für jedes Element tun. Das passt ganz gut damit zusammen, dass ich sowieso schon geplant habe, zu jedem Element vielleicht was Kurzes zu machen, was ich nun damit verbinde, diesem irgendeine Form des Geschmacks und sei es durch Farben zuzuordnen. Also gibt es jetzt Chemie und leckeres Essen. Die Cupcakes enthalten übrigens nicht zwingend das jeweilige Element.

Aber im Falle von Wasserstoff, dem ersten Element im Periodensystem, wird es ziemlich sicher im Cupcake enthalten sein. Die gesamte organische Chemie, worunter ein Großteil der Chemie der Nahrung fällt, braucht Wasserstoff. Daneben haben wir Wasserstoff im Wasser. Aber ganz abgesehen davon handelt es sich bei Wasserstoff um das häufigste Element des Universums. Diese Häufigkeit, ja schon fast Gewöhnlichkeit, sorgt dafür, dass ich Vanille als Geschmacksrichtung in Erwägung ziehe. Allerdings würde ich tatsächlich nur das Wasserstoff mit einem Proton im Kern als Vanilla bezeichnen. Es gibt noch zwei weitere Isotope, Deuterium mit einem Neutron im Kern und Tritium, radioaktiv übrigens, mit zwei Neutronen im Kern. Aber will ich beim Backen auf potentielle Isotope Rücksicht nehmen? Versteht mich nicht falsch, die verschiedenen Wasserstoffisotope sind notwendig für eine Kernfusion wie sie gerade in diesem Moment in unserer Sonne stattfindet. Tendenziell wäre also auch was leuchtend Sonniges eine Option. Aber sowohl das erste Isotop mit nur einem Proton, Protium manchmal genannt, als auch Deuterium leuchten in einer Entladungsröhre pink. Das lässt mich mental schon mal in die Richtung Himbeere gehen. Außerdem beginnt "Himbeere" mit H. H ist das Symbol für Wasserstoff im Periodensystem, es kommt von Hydrogen.

Wasserstoff neigt darüber hinaus dazu, mit sich selbst eine Verbindung einzugehen, was uns dann im H\(_2\)-Molekül begegnet. Das liegt daran, dass ein einzelnes Wasserstoffatom das Bestreben dazu hat, seine Atomhülle zu vervollständigen, um wie Helium auszusehen. Dazu benötigt es einen Partner mit einem Elektron und das ist nun einmal der Wasserstoff selbst. Wasserstoff ist ein Energieträger, wird also eingesetzt, um andere Energieformen in für uns besser nutzbare Formen wie elektrische Energie umzuwandeln. Vereinfacht könnte diese Eigenschaft als Energieträger auf einen hohen Brennwert der Cupcakes angewandt werden. Damit kann ich mich also richtig mit Zucker, Fetten und sonstigen leckeren, aber kalorienreichen Erlebnissen austoben. Allerdings ist diese Eigenschaft für Cupcakes im Allgemeinen alles andere als selten.

Wasserstoff in weiteren Verbindungen ist vielleicht mehr oder weniger direkt nutzbar, wenn ich etwas Flüssiges hinzugeben möchte. So gut wie alle Flüssigkeiten in der Küche sind wässrige Lösungen. Milch ist eine wässrige Lösung, auch Sahne enthält Wasser. Potentieller Himbeersaft? Wässrige Lösung. Wasserstoffperoxid wäre nicht so gesundheitsförderlich, Ammoniak als weitere Wasserstoffverbindung auch nicht. An der Stelle sei mir ein schlechter Witz erlaubt: "A person goes to a bar: "I want some H\(_2\)O!" Another person says "I want some H\(_2\)O too!" The second person dies." Ich habe keine Ambitionen, mit meinen Backkünsten jemanden umzubringen, also bleiben wir bei wässrigen Lösungen und organischen Wasserstoffverbindungen.
Eine von sehr vielen organischen Wasserstoffverbindungen ist übrigens Zucker, als Glucose zu finden mit der Summenformel C\(_6\)H\(_{12}\)O\(_6\). Wir haben also im Vergleich sehr viel Wasserstoff.

Vanilla-Himbeer-Cupcakes
Zutaten

  • 300 g gefrorene Himbeeren
  • 50 mL Himbeer-Sirup
  • 1 mL Vanille-Extrakt
  • 50 g Vanille-Paste
  • 215 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 3 Eier Größe M (bei mir waren das 255 g Ei)
  • 200 g Butter
  • 5 g Backpulver
  • 120 g Frischkäse
  • 150 g Puderzucker

Zuerst werfe ich die gefrorenen Himbeeren, davon 250 g, die idealerweise schon ein bisschen angetaut sind, mit 20 mL Himbeer-Sirup, 1 mL Vanille-Extrakt und 30 g Vanille-Paste (das sind laut Packungsangabe 6 Vanille-Schoten, ups) in einen Mixer. Nachdem das eine coole Smoothie-Eis-Konsistenz hat, werfe ich es mit 215 g Mehl, 100 g Zucker, 3 Eiern, 100 g Butter und 5 g Backpulver (könnte übrigens etwas wenig sein, mehr geht also auch) zusammen und vermische es. Das ist mir noch zu fest, also gebe ich weitere 30 mL Himbeer-Sirup hinzu. Nachdem das alles eine passende Konsistenz hat, gebe ich es für 20 Minuten bei 200 °C in den leicht vorgeheizten Ofen, also wird es wohl eine Temperaturkurve sein und nicht konstant 200 °C. Die benötigte Temperatur ist sowieso abhängig von Form und Größe der Cupcakes und daher Temperatur und Zeit nur ein grober Richtwert.
Nach diesem Auskühlen folgt die Zubereitung des Toppings. Dafür werfe ich 100 g Butter, 120 g Frischkäse, 150 g Puderzucker und den Rest der Vanille-Paste, also 20 g, zusammen, vermische es und dann ist das Topping schon durch. Danach werfe ich die restlichen Himbeeren auf die Cupcakes als essbare Deko drauf. Das sieht dann so aus.

Wasserstoffcupcakes

Tatsächlich ist das jetzt ein wenig himbeerfarbener geworden als gewollt, insbesondere innen drin. Allerdings ist es sehr vanillig geworden, denn irgendwie hat das ganze die Kraft und den Geschmack von 10 Vanilleschotten. Aber es ist lecker!

Die weiteren Beiträge dieser kleinen, aber langen Reihe werden mehr oder weniger regelmäßi erscheinen. Es kommt ganz darauf an, wie ich gerade zum Backen komme. Das hier wird also eine längere Sache, sowohl für mich als auch für meine Cupcake-Esser.